Wohnbauförderung in Österreich

Um den Wohntraum leistbar zu machen, gibt es in Österreich die Wohnbauförderung. Gefördert werden nicht nur Neubauten, sondern z.B. auch Sanierungen, Umbauten und Zubauten. Wohnbauförderung ist in Österreich Sache der Bundesländer, weshalb es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Richtlinien darüber gibt, was gefördert wird.

Im Wesentlichen gibt es die folgenden Fördervarianten

Annuitätenzuschüsse: Bei dieser Art der Förderung nimmt man einen Bankkredit in Anspruch, bei dem der Zinssatz bestimmte in den Landesgesetzen festgelegte Grenzen nicht übersteigen darf. Zu diesem Bankkredit werden vom jeweiligen Bundesland Zuschüsse gezahlt. In manchen Bundesländern ist festgelegt, dass man nach Ende des Bankkredites - nach ca. 20 Jahren - diese Zuschüsse in monatlichen Raten zurückbezahlen muss.

Direktdarlehen: Bei dieser Form der Förderung erhält man von der Landesregierung ein Wohnbauförderungsdarlehen mit einem begünstigten Zinssatz.

Einmalige, nicht rückzahlbare Zuschüsse: Die schönste Form der Förderung. Es handelt sich um einen einmaligen Zuschuss, der unter bestimmten Voraussetzungen bezahlt wird und nicht zurückbezahlt werden muss. Kurz gesagt – geschenktes Geld.

Thermische Sanierung: Seit einigen Jahren gibt es eine bundeseinheitliche Förderung für thermische Sanierung. Ist ein Gebäude älter als 20 Jahre, dann können bei thermischer Sanierung Zuschüsse von bis zu 5.000 Euro vergeben werden.

Wann der Hausbau ohne Förderung sinnvoll ist

In den meisten Fällen wird davon ausgegangen, dass man beim Hausbau "Anspruch" auf eine Förderung hat. Das ist aber nur dann der Fall, wenn die von den Förderstellen vorgegebenen Kriterien erfüllt werden.

Um die Förderung bekommen zu können, werden in vielen Fällen große Anstrengungen unternommen. In manchen Fällen ist dann das Ergebnis ein Haus, das mit dem ursprünglichen Traumhaus nicht mehr viel zu tun hat. Der Grund dafür ist meist, dass es bei der Wohnbauförderung Auflagen zu erfüllen gibt. Um diese "Hürden" zu schaffen, werden oft Kompromisse eingegangen.

Die Auflagen der Wohnbauförderung - wie z.B. die Nutzung von biogenen Brennstoffen oder das Erreichen einer bestimmten niedrigen Energiekennzahl - machen aus ökologischer und ökonomischer Sicht durchaus Sinn. Es mag aber auch gute Argumente und Gründe geben, eben diese Auflagen "nicht" einzuhalten:

● wenn das Traumhaus ein Bungalow ist, wird das Erreichen der vorgegebenen Energiekennzahl schwierig
● man fühlt sich beim Gedanken an eine kontrollierte Wohnraumlüftung nicht wirklich wohl
● es soll ein anderes Heizsystem als vorgeschrieben eingebaut werden
● man will sein neues Haus nicht in eine 20 cm dicke Styroporhülle stecken

In diesem Fall sollte der Mehrwert der Wohnbauförderung herausgefiltert und einem "normalen" Wohnbaukredit gegenübergestellt werden. Es kann sich herausstellen, dass es zwar ganz "nett" ist, die Wohnbauförderung zu bekommen, aber deren Mehrwert überschätzt wurde.